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Fingerspitzengefühl für saubere Trennung

 

Kaiser1McCloskey R105 Siebanlage im Recyclingbetrieb

Das mittelständische Erdbau- und Recyclingunternehmen H.P. Kaiser aus Grevenbroich bei Düsseldorf verarbeitet bereits seit 1988 hohe Tonnagen an Bauschutt, Erden und Abbruchmaterial. Direkt am Standort befindet sich eine Recyclinganlage für Bauschutt, Böden sowie ein Containerdienst.

 

Im familieneigenen Betrieb mit 35 Mitarbeitern werden eigenes wie auch fremdes Abbruchmaterial sowie Böden recycelt. Das Material kommt anschließend über viele regionale Stammkunden unterschiedlichsten Bauvorhaben zugute.

„Irgendwann wird es auch in Deutschland Vorschrift sein, vorrangig Recyclingmaterial und erst nachrangig Natursteine zu verbauen. Eine solche Entwicklung, die in verschiedenen europäischen Ländern bereits gang und gäbe ist, wäre für alle Beteiligten mehr als wünschenswert“, lautet die Prognose der Geschäftsführerin Patricia Kaiser von H.P. Kaiser zur aktuellen Entwicklung.

 

H.P. Kaiser bereitet u. a. mit Bauschutt angereicherte Böden auf und stand 2016 vor der Entscheidung, die vorhandene Siebanlage gegen eine neue leistungsstärkere Einheit zu tauschen. Neben zahlreichen Vorführungen unterschiedlicher Siebmaschinenanbieter fiel dieses Jahr die Entscheidung zugunsten einer Grobstück-Siebanlage R105 von McCloskey.

 

„Wir haben viele unterschiedliche Maschinen getestet, mussten aber bei fast allen Vorführungen zur Trennung der zum Teil feuchten Erde vom Bauschutt mehrere Siebdurchgänge in Kauf nehmen. Lediglich die R105 von McCloskey erledigte die Aufgabe in einem Arbeitsgang. Das Preis-/Leistungsverhältnis und der äußerst sparsame Kraftstoffverbrauch der mobilen Anlage, die uns der niederrheinische Händler Apex Fördertechnik zur Verfügung stellte, erleichterten unsere endgültige Entscheidung“, so Patricia Kaiser.

 

Der Siebkasten der McCloskey Anlage schwingt bereits in einer beachtlichen Amplitude von 10 mm, während jeder einzelne Finger des Siebbelags eine zusätzliche Eigenschwingung auf das Material überträgt. Durch diese zusätzliche Eigenschwingung der Siebfinger mit jeweils 10 mm Durchmesser ist der Erfolg bei der Aufbereitung von feuchten Böden weitaus höher als bei festen Belägen wie Lochblechen oder Quadratmaschen. Letztere tätigen in der Regel nur Bewegungen in eine Richtung, während Fingersiebbeläge

diesbezüglich nicht festgelegt sind.

 

 

Über entsprechende Tests mit unterschiedlichen Maschinen konnte vorher anschaulich demonstriert werden, dass der Einsatz von Fingersieben für feuchte Böden bzw. Anhaftungen der beste Weg zur Aufbereitung ist. Vergleichbare Siebanlagen, die bei Kaiser vorgestellt wurden, verfügten lediglich über eine Grundamplitude von max. 8 mm und waren mit weniger erfolgversprechenden Siebbelägen für diese Anwendung ausgestattet. Der Unterschied in der Siebamplitude hat tatsächlich das Gesamtergebnis zugunsten der McCloskey Siebanlage positiv beeinflusst. Selbst Spannwellen-Siebmaschinen hatten im Vergleich das Nachsehen, da auch die trampolinartigen Bewegungen des Siebbelags das feuchte Material nicht ausreichend trennen konnten. Spannwellensiebe sind in der Regel für feinere feuchte Sande von 2-4 mm ausgelegt, was in diesem Versuch auch anschaulich demonstriert wurde.

Alternativ wurde selbst der Einsatz einer Trommelsiebanlage diskutiert, die sich allerdings für die unterschiedlichen Aufgaben (Böden und Recycling) bei Kaiser auf Dauer nicht geeignet hätte.

 

Mit der Vorgängeranlage wurden lediglich 70-80 Tonnen pro Stunde produziert, was auch zu relativ hohen Energiekosten pro Tonne führte. Die Produktionsleistung konnte nun um fast das Dreifache gesteigert werden: Die McCloskey Siebanlage bewältigt derzeit Aufgabegrößen von bis zu 200 Tonnen pro Stunde.

Im Unterdeck der neuen Anlage kommt vorläufig ein Langmaschensiebbelag von 15 x 200 mm zum Einsatz. Gewonnen wird ein Material von 0/10 - 0/12 mm, während sauberes Material von 10/45 wie auch das Überkorn von 45 – x mm dem Brecher zugeführt wird. Apex Fördertechnik übernimmt komplett den Service sowie die Lieferung von Verschleiß-, Ersatzteilen und künftigen Siebbelägen.

 

Die R105 ist als Siebmaschine mit vielfältigen Konfigurationsmöglichkeiten lieferbar – unter anderem auch mit einem dieselelektrischen Antrieb (Dual-Power).

Speziell bei H.P. Kaiser ist die Siebanlage mit einem erweiterten Trichter ausgestattet, damit sie heckseits über einen Radlader beschickt werden kann. Das ist herstellerseitig eine interessante Option, da man nicht beide Aggregate (also: Bagger und Radler) zur Aufgabe benötigt. Der Trichter ist hydraulisch abklappbar, um die Anlage schnell auf- und abbauen zu können. Auch das Transportgewicht von etwa 24 Tonnen ist durchaus akzeptabel.

Ein weiterer Vorteil bei McCloskey: Der Siebwinkel lässt sich bei der Anlage hydraulisch verstellen, um unterschiedlichen Materialanforderungen gerecht werden zu können. Beim Siebbelagwechsel kann man den Siebkasten hydraulisch hochfahren, um bequem am Unterdeck die notwendigen Montagen vorzunehmen.

 

Autor: Daniel Schiganzow, 29.08.2017

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